Gentechnikfreie Region Gießen |
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Willkommen Gentechnikfreie Landwirtschaft erhalten Wahlfreiheit und Sicherheit für die Verbraucher Unabhängigkeit von großen Saatgutkonzernen regionale Partnerschaft zwischen Landwirten und Verbrauchern stärken Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Landwirtinnen und Landwirte, Mit Ausnahme von Spanien wachsen Gentech-Pflanzen (GVO) erst versuchsweise auf europäischen Feldern. Das könnte sich vielleicht schon bald ändern. Denn das EU-Moratorium, das seit 1998 eine Neuzulassung von Gentech-Pflanzen verhindert hat, ist im Mai 2004 aufgehoben worden. Damit wird die Wahrscheinlichkeit größer, dass auch in Deutschland ein großflächiger Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen stattfindet. Ob es jedoch dazu kommt, hängt von zwei Faktoren ab:
Letztere haben sich in Umfragen zu über 80 % gegen Gentechnik in der Nahrung ausgesprochen, da Gesundheits- und Umweltauswirkungen nicht hinreichend erforscht sind. Große Supermarktketten verbannen daher GVO-Produkte aus ihren Regalen, der Ökolebensmittelhandel weist auch wegen seiner Garantie der Gentech-Freiheit große Umsatzsteigerungen auf. Sollten gentechnisch veränderte Pflanzen angebaut werden, muss das Nebeneinander von konventioneller, ökologischer und Gentech-Landwirtschaft geregelt werden. Wie die sogenannte "Koexistenz" der drei Produktionsweisen rechtlich gestaltet sein wird, wurde aktuell im Februar 2008 im neuen Gentechnikgesetz festgeschrieben. Das Ergebnis:
Bereits jetzt ist klar: Der Anbau von Gentech-Pflanzen wird die Freiheit der Bauern und Verbraucher massiv beeinträchtigen, sich auch in Zukunft noch für garantiert gentechnikfreie Produkte entscheiden zu können. Der Grund dafür sind gentechnische Verunreinigungen: Im Saatgut, auf dem Feld, über gemeinsame Maschinennutzung bei Aussaat und Ernte, während Lagerung, Transport und Verarbeitung - überall ist es möglich, dass Gentech-Pflanzen biologische und konventionelle Produkte kontaminieren. Der BUND Kreisverband Gießen hat daher mit lokalen Landwirten und der Vereinigung der hessischen Direktvermarkter ein Forum gegründet, das sich für die Einrichtung einer gentechnikfreien Region in unserem Landkreis Gießen einsetzt. Der Landwirt steht bei der Entwicklung einer gentechnikfreie Region im Mittelpunkt: über freiwillige Selbstverpflichtungserklärungen oder verbindlicher Beschlüsse von Bauernversammlungen erklären Landwirte einer Region, auf den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen zu verzichten. Ein Zusammenschluss aus Bauernverbänden, Gärtnereien, Imkern, Naturschutz- & Verbraucherverbänden, Direktvermarktern und Lebensmittelmärkten sowie Gastronomen soll dieses Abkommen für den Landkreis Gießen unterstützen. Der Informationsfluß zur gentechnikfreien, regionalen Versorgung soll in Zusammenarbeit zwischen Produzenten, Handel und Verbrauchern organisiert werden. Eine aktive Bekennung zur gentechnikfreien Region stärkt das regionale Selbstbewusstsein, die bäuerliche Direktvermarktung und den Austausch zwischen Landwirt und Konsument. Die Wertschätzung landwirtschaftlicher Arbeit und ihrer Produkte wird beim Verbraucher erhöht. Neben den gentechnikfreien Regionen Kaufungen, Starkenburg und dem Biosphärenreservat Rhön gibt es hessenweit über 20 Initiativen auf Kommunal- und Landkreisebene zur Gründung gentechnikfreier Regionen. Im benachbarten Vogelsbergkreis hat sich eine starke Initiative gebildet (www.zivilcourage-vogelsberg.de). Anfang 2007 haben sich in Deutschland etwa über 26.000 Landwirte in 139 Gentechnikfreien Regionen mit mehr als 900.000 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche (ha LF) dazu verpflichtet, auf ihren Äckern keine gentechnisch veränderten Pflanzen anzubauen. Hinzu kommen über tausend weitere Landwirte, die in Einzelerklärungen für ihren Hof festgelegt haben: „Wir arbeiten ohne Gentechnik“. Die Vorteile gegenüber einer risikobehafteten Anbaumethode liegen klar auf der Hand:
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| September 2007, Gentechnikfreie Region Landkreis Gießen | |||||||||||||||||